Jeden Tag stehen wir vor Entscheidungen – viele davon fallen ganz einfach, aber andere sind komplizierter. Besonders im Beruf ist es wichtig, Entscheidungen nicht leichtfertig zu treffen. Denn jede Entscheidung erzeugt einen Effekt, von dem mehr Menschen betroffen sind, als man im ersten Moment vielleicht vermutet. In einigen Fällen hilft es die Vor- und Nachteile abzuwägen, um sich für eine Option zu entscheiden. In manchen Fällen hilft aber auch das nicht und da kommt die Nutzwertanalyse ins Spiel.

Wann eine Nutzwertanalyse sinnvoll ist

Wie bereits erwähnt sind Pro- und Kontra-Listen ein häufiges Hilfsmittel, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen. Doch was, wenn zwar eine Seite klar überwiegt, aber sich die Entscheidung trotzdem falsch anfühlt?
Hier kommt die Nutzwertanalyse ins Spiel. Durch sie werden Vor- und Nachteile nicht nur aufgelistet, sondern auch bewertet. Das bietet sich besonders dann an, wenn eine Entscheidung nicht nur auf Basis von Fakten und Zahlen getroffen werden soll, sondern auch subjektive Aspekte berücksichtigt werden sollen.

Die Kriterien der Nutzwertanalyse

Damit es möglich ist die Vor- und Nachteile der Optionen zu bewerten, muss es Bewertungskriterien geben. Natürlich unterscheiden sich diese Kriterien von Produkt zu Produkt.
Wir nennen Ihnen nun einige Bewertungskriterien, die im Projektmanagement anwendbar sind:

  • Produktionskosten
  • Innovationsgrad
  • Risiko bei der Umsetzung
  • Massentauglichkeit
  • Steigerung der Kundenzufriedenheit
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit
  • Kosteneinsparung
  • Dauer des Projekts
  • Höhe des zu erwartenden Gewinns

Um weitere Bewertungskriterien zu finden überlegen Sie sich, welche Ansprüche Sie an das Projekt oder Produkt stellen. Welche inhaltlichen, zeitlichen, örtlichen oder Ressourcenbezogenen Aspekte sind Ihnen besonders wichtig?
Wie funktioniert eine Nutzwertanalyse?
Typischerweise besteht die Nutzwertanalyse aus sechs Schritten:

  1. 1. Entscheidungsalternativen definieren

    Im ersten Schritt tragen Sie alle Optionen, aus denen gewählt werden soll, zusammen. Dabei gilt: je kürzer die Liste, desto besser. Jede dazukommende Option macht die Analyse komplizierter und langwieriger.

  2. 2. Bewertungskriterien festlegen

    Nun ist es an der Zeit die Bewertungskriterien für Ihre Analyse festzulegen. Es empfiehlt sich, nicht mehr als 10 Kriterien auszusuchen.

  3. 3. Bewertungskriterien gewichten

    Nicht alle Kriterien sind gleich wichtig. Deshalb ist es sinnvoll, im nächsten Schritt den Kriterien eine Gewichtung zu geben. Dies machen Sie am besten in Prozent: Die Summe aller Kriterien mit ihren Gewichtungen muss am Schluss 100 ergeben.

  4. 4. Bewertungsmaßstab festlegen

    Im weiteren Verlauf werden die Kriterien mit Punkten bewertet. Damit das geschehen kann, müssen Sie vorab über einen Maßstab entscheiden. Dieser kann beispielsweise von eins bis fünf reichen. Ein Punkt ist in dem Fall „sehr schlecht“ und fünf sind „sehr gut“.

  5. 5. Alternativen bewerten

    In diesem Schritt vergeben Sie nun pro Entscheidungsoption und Kriterium Ihre Punkte. Anschließend vergeben Sie die vorab definierten Gewichtungen an die Punkte.

    Das Kriterium „Produktionskosten“ haben Sie z.B. mit 40% gewichtet. Vergeben Sie nun bei der Bewertung eines Produktes vier Punkte in der Kategorie, so ergibt sich ein finaler Wert von 1,6 Punkten. Gerechnet wird das im Dreisatz:
    100/4=0,04; 0,04*40=1,6.

  6. 6. Punkte zusammenrechnen und entscheiden

    Haben Sie alle Optionen bewertet müssen Sie nur noch alle Punkte zusammenrechnen und erhalten nun die Entscheidung, die am besten zu Ihren Kriterien passt.

Fazit

Wenn Sie das nächste Mal vor einer Entscheidung stehen und nicht weiter kommen, versuchen Sie es doch mal mit einer Nutzwertanalyse. Zwar ist die Entscheidung sehr subjektiv, aber dafür sehr transparent. Anhand der erstellten Tabelle ist es auch in der Zukunft noch ganz leicht nachzuvollziehen, warum die Entscheidung so getroffen wurde.

Natürlich geht so eine Analyse mit relativ hohem Aufwand einher, weshalb sie sich nicht unbedingt für alltägliche Entscheidungen eignet. Handelt es sich jedoch um komplexere Sachverhalte, die nicht nur anhand von Fakten bewertet werden können, kann Ihnen diese Methode wirklich weiterhelfen.

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Beitrag von Marieke Weisser